Sanus Religio

Im guten Glauben gesund

Arzt – quo vadis?

Bericht, Gedanken und Anregungen aus Patientensicht.

Wie dankbar können wir Menschen in unserem Erdteil sein, medizinische Hilfe für die Heilung von Krankheiten und Verletzungen zu erhalten, vor allem in der Unfallchirurgie bzw. Notfallmedizin. Bei akuten und mehr noch bei chronischen Erkrankungen haben die meisten Patienten aber natürlicherweise auch stets die Hoffnung, besonders wenn sie mit Schmerzen geplagt sind, von ihrem behandelnden Arzt verstanden, angenommen und optimal behandelt zu werden. Tatsächlich soll das auch schon vorgekommen sein, gewiss (dazu beglückwünsche ich jeden, der dies erfahren durfte), leider aber nicht als Regelfall im üblichen Medizinbetrieb. Gerade dann, wenn man nicht zu den „Schafherden“-Patienten zählt, die sich ihrerseits unterordnen, anpassen und alles glauben, was sie hören bzw. mit sich machen lassen, was ein Arzt sich so vorstellt (wer sollte eigentlich für wen da sein?)

Im Laufe einer Krankengeschichte von wenigen Jahren bekam ich es erstmals im Alter von 50 mit einer ganzen Reihe von „Ärzten“ vieler Fachrichtungen zu tun und musste im Nachhinein feststellen: Keiner von ihnen war ein „echter“ Arzt, bei keinem fühlte ich mich wohl, und von keinem fühlte ich mich wirklich wahrgenommen als Mensch. Immer war ich nur ein Körperteil…

(natürlich dachte ich zwischendurch immer wieder mal: Liegt es bloß an mir? Bin ich einfach zu empfindlich oder psychisch zu labil? Habe ich zu hohe Ansprüche? Fühle ich mich gar als Sonderfall?)

Übrig blieb jedenfalls ein Resümee an Fakten, die mich dann insgesamt auf Dauer mehr krank machten, weil kränkend, als die Krankheit selbst:

  • Ärzte schauen einem beim Reden nicht in die Augen, sondern hauptsächlich in ihren Computer oder in Papiere.
  • Ärzte sprechen nicht respektvoll und schon gar nicht liebevoll mit dem Patienten, sondern in einem seltsamen Gefälle „von oben nach unten“.
  • Ärzte haben ein ziemlich enges Diagnose- und Behandlungsschema, in das der Patient möglichst hineinpassen soll oder hineingepresst wird.
  • Ärzte mögen keine „mündigen“ Patienten, sie mögen nicht zu viele Fragen und hassen mangelnde Unterordnung und Einfügung.
  • Ärzte werden unsicher, wenn man als Patient Fachwissen hat und reagieren mit Distanz und Überheblichkeit und sogar mit Aggression.
  • Ärzte hören nicht zu und geben den Empfindungen des Patienten kaum Raum bzw. unterbrechen diesen, wenn dieser sich den benötigten Raum zu nehmen versucht.
  • Ärzte wahren nicht die Würde des Patienten bzw. ihn als gleichwertigen Menschen auf partnerschaftlicher Augenhöhe.
  • Ärzte nehmen sich viel zu wenig Zeit. Eine richtige Diagnose in wenigen Minuten zu stellen, ist in vielen Fällen wohl kaum möglich.
  • Ärzte sind selbst gestresst, übermüdet, erschöpft und auch daher nicht mehr in der Lage, aufmerksam den Menschen vor sich ganzheitlich wahrzunehmen. Sie „schützen“ sich unnötig und an falscher Stelle.
  • Ärzte sind zu wenig kritikfähig und geben Fehler kaum bis gar nicht zu.
  • Ärzte erfragen zu wenig Hintergrundwissen für die Diagnosestellung, beachten evtl. wichtige Details der Krankengeschichte nicht.
  • Nahe und intime Körperberührungen und Untersuchungen werden oft nicht mit dem nötigen Feingefühl, Sanftheit und Respekt gemacht (ein einziges Mal kündigte ein Arzt die nachfolgenden Untersuchungsberührungen vorher freundlich an, und ein einziges Mal erklärte ein Arzt überhaupt, was er mit mir vorhatte und fragte, ob ich einverstanden sei…, auch erlebte ich 1 x eine Ärztin, die mehrmals so gut wie  schmerzfrei Blut abnehmen konnte).
  • Ärzte glauben von sich, aufgrund eines Doktortitels und ihres Fachwissens sowieso recht zu haben, sind (versteckt oder offen) arrogant und von sich eingenommen (= das nennt man „Dünkel“).
  • Ärzte lassen sich nicht genug auf den Patienten in seiner Gesamtheit ein, bedoktern lieber die Symptome, statt ganzheitlich zu behandeln. Bei der Auswahl der Behandlungsmethoden besteht zu viel Profitorientierung. Es werden aus diesem Grund auch gefragte „Mode“-Methoden angewandt.
  • Ärzte haben vergessen oder wollen nicht wissen, was wirkliches Arzttum ausmacht: Freund des Patienten zu sein, individuelles Mitgefühl zu haben, respektvoll zu kommunizieren, stets für neue und alternative Behandlungsformen offen zu sein – auch wenn diese noch nicht etabliert sind – und lastnotleast, dem Patienten das Gefühl zu vermitteln, dass er in seinem Kranksein in Ordnung und liebenswert ist.

Vor allem heißt ja Arztsein die selbstverständliche Bereitschaft, altes „Wissen“ durch neue helfende Erkenntnisse zu ersetzen! Immer zum echten Wohle des Patienten. Denn immer in der Medizingeschichte gab es Paradigmenwechsel!

Diese Bilanz eigener Erfahrung hat mich schockiert und traurig gemacht.

Quo vadis, ihr Ärzte? Was ist euer eigener Anspruch an diesen eigentlich wunderbaren Beruf, der stets und immer Berufung sein sollte, ebenso wie die Berufe Priester, Lehrer, Kindergärtner und überhaupt die meisten Berufe…?

Nun denkt man nach und kommt darauf: So stark sind die meisten Ärzte nicht, um ein Pfarrer Kneipp zu sein oder ein Albert Schweitzer. Aber das braucht es  ja gar nicht. So charakterstark muss aber jeder sein, der diesen Beruf ergreift, dass er es nicht nötig hat, arrogant, ignorant und oberflächlich mit Patienten umzugehen, Hauptsache das Geld stimmt.

Erlebt: Da nehmen „gut ausgebildete“ Wahlärzte für 20 Minuten (mehr Zeit wollen auch diese sich nicht nehmen!) 100 Euro, ob sie helfen können oder nicht. Und nicht jeder kann sich das leisten.

Profitgier sollte doch keinerlei Motivation für den Beruf sein, oder? Hippokrates würde sich zigmal im Grab umdrehen!

Was ist denn dann die Motivation? Warum haben sie denn sonst diesen Beruf ergriffen?: Aus Prestige-Gründen, wegen Machtausübung (wie menschlich!), zur Kompensation ihres Minderwertigkeitsgefühles, aus Geltungssucht, Lifestylegründen und immer wieder wegen Geld, Geld, Geld!?

Apropos Geldgier: Vollkommen schockiert war ich, als in einer Fernsehdoku vor wenigen Jahren eine Testperson mit einem perfekten und intakten Gebiss 10 verschiedene Zahnarztpraxen besucht hat, wobei von den zehn Zahnärzten tatsächlich 8 in diesem Gebiss ohne jeden Defekt etwas fanden und „machen“ wollten. Nur zwei waren frei von falschen Motivationen und gratulierten der Patientin zu ihren gesunden Zähnen! D.h. die anderen Ärzte hätten ohne jeden Skrupel gesunde Zähne beschädigt! Das ist vorsätzliche Körperverletzung! Hilfe!!! Wo sind die Kontrollorgane? Wo der Patientenschutz???

Die Versuchungen in der Wüste sind groß. Die Versuchungen des menschlichen Ego sind groß.

Wie möchte ein Arzt selbst behandelt werden, wenn er krank ist und Hilfe braucht?

Es kann doch kaum Heilung geben, wenn das Verhältnis Arzt-Patient nicht stimmt! Mit „stimmt“ ist hier aber nicht gemeint, etwas nett zu sein und oberflächlich freundlich, sondern… es ist eigentlich das magische Band zwischen beiden, das die eigene Heil- und Steuerungskraft im Patienten aktiviert, damit Heilung in ihm und aus ihm selbst geschehen kann, also als wichtige Voraussetzung für die Heilung. Dieses Band ist das tiefe Ernstgenommensein und echte Anteilnahme durch den Arzt. Es soll ja allerdings Mediziner geben, die sich einbilden, sie selbst könnten jemand heilen… Und man liest immer wieder sogar von Ärzten, die tatsächlich meinen, sie selbst hätten „ein Kind auf die Welt gebracht“!

Bei allem Verständnis für die schwierige Umsetzung des Ideals in der heutigen Leistungs-, Macht-, Profit- und Geschwindigkeitsgesellschaft:

Eine Entschuldigung oder ein Alibi kann dies aber nicht sein. Gottseidank gibt es immer wieder Ärztinnen und Ärzte, die auf ganz andere Art und Weise mit den Patienten umgehen und nicht die Verantwortung für wahres Arzttum auf das moderne Medizinsystem abschieben. Wenn man solch einem denn mal begegnet! Das ist wohl wie ein Sechser im Lotto…

Sich zu reflektieren und das eigene Handeln, Art und Motivation immer wieder und regelmäßig zu überprüfen sollte für einen Arzt Pflicht sein, sonst hat er den Beruf verfehlt (eine Art Supervision für menschliche Qualitäten wäre sinnvoll). In regelmäßigen Abständen sollte die seelische Gesundheit des Arztes, seine Empathiefähigkeit, seine Fähigkeit, echtes Vertrauen aufzubauen und mitzufühlen und seine Ethik geprüft werden und warum er überhaupt Arzt geworden ist und noch ist…

Die ganz schwarzen Schafe dieser Branche könnten von einem unabhängigen Kontrollsystem ausfindig gemacht und ausgeschaltet werden.

Wo lernen die angehenden und die lange Jahre im Beruf stehenden Ärzte, wie sie optimal menschlich und empathisch mit Patienten umgehen, auch wenn wenig Zeit zur Verfügung steht?

Dann kommt ja die „Seele“ ins Spiel, das Herz! Ein guter Arzt ist immer auch Priester, sagte schon Paracelsus. Jede Trennung von Leib und Seele macht wiederum krank. Das versteht jedes Kind. Manchmal hat man daher einfach öfter das Gefühl, in einer Art „Irrenhaus“ zu sein, nur, dass die Gesunden eingesperrt sind und die Kranken frei herumlaufen…

Diese chronische und ewige Spaltung ist blanker Wahnsinn und kann doch nur wieder in Kranksein münden!

Wir haben uns daran gewöhnt, dass alles so ist, wie es ist. Es ist üblich, aber nicht normal. Es ist Usus, aber es ist eigentlich schrecklich.

Nur kranke Menschen gewöhnen sich an das Kranke. Für seelisch Gesunde ist das Kranke unerträglich. Diese werden jedoch nicht ernst genommen, überempfindlich genannt oder gar zwangsmedikamentiert. Das Mittelalter ist anscheinend jetzt! Zu allen Zeiten gab es zwar vereinzelt echte Ärzte, im 3.Jahrtausend sollten wir aber insgesamt woanders stehen und erkannt haben, was die wirklichen Voraussetzungen für Heilung sind. Wie viele Krankheiten entstehen bekanntermaßen alleine durch falsche Diagnose und Behandlung sowie durch grundsätzliches Nichtwahrgenommenwerden!

Für unser Auto (= lat.“SELBST“) würden wir jedenfalls kaum einen miserablen Mechaniker akzeptieren!

Wenn man einen Frosch in heißes Wasser setzt, springt er sofort reflexartig heraus. Setzt man ihn aber in kaltes Wasser, das ganz langsam erwärmt wird, verkocht er! Wir verkochen anscheinend!

Ein schwieriges Thema, und doch so einfach. Je mehr Patienten sich wehren und würdevolle Behandlung verlangen, um so besser. Auf die Politik ist wiedermal auch nicht zu zählen. Mindestens die Ärztekammer wäre massiv gefordert.

Und wie läuft das in anderen Ländern Europas? Wie sind die Statistiken für stattgefundene Heilung durch welche Behandlungen und welche Art, mit Kranken umzugehen? Und wann ist Schluß mit Mehr-Klassen-Medizin?

Das Hamsterrad dreht sich weiter… wie kränkend!

Bleibt den Ärzten nur zu wünschen, das sie selber immer hübsch gesund bleiben! Aber vielleicht haben sie ja geheime Naturheilmittel, die sie selbst anwenden, aber dem Normal-Patienten nicht verraten…

Dieser Bericht ist rein subjektiv und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Vorbildliche Ausnahmen sind sehr erfreulich und bestätigen die Regel.

Vielen Dank!

Doch empört Euch!!!

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carmen.wanko@gmx.at

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Allein Gott bestimmt mein Leben!!!
Ich lehne jegliche Behandlung durch diese
Quacksalber generell ab, und habe dies
auch Schriftlich von einem Notar beglaubigt
immer und überall am Mann!!@

Das ist grundsätzlich auch meine Haltung. Ich bin aber erst so weit, dass ich jegliche Krankenhauseinweisung (oder gar in eine Pflegeeinrichtung) verweigern will. Ich suche mit wachsender Verzweiflung seit zwei Jahren einen Gleichgesinnten. Für Vermittlung eines E-Mail-Kontaktes zu „rimbach“ wäre ich sehr dankbar.

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