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Impfpflicht: Mißachtung des Nürnberger Kodex?

Der Bundespräsident machte ein zorniges Gesicht, als er auf historische Vergleiche zu sprechen kam. Der Spaziergang habe seine Unschuld verloren, meinte er. Und daß es unerträglich sei, wenn sich Ungeimpfte einen gelben Stern an die Kleidung hefteten oder sich als Widerständler in der Tradition derjenigen Deutschen sähen, die sich 1989 erfolgreich gegen ihre Unterdrückung in der DDR aufgelehnt hatten. Die Chancen stehen gut, daß er sich auch empören würde, wenn sich jemand bei seiner Ablehnung der geplanten Impfpflicht auf den Nürnberger Kodex aus dem Jahr 1947 beruft.

von Max Erdinger

Der wiederum wurde bei der Urteilsverkündung im Ärzteprozess der Jahre 1946 und 1947 ausformuliert und dient seither als medizinethisches Leitbild in der Ausbildung von Heilkundlern. Dem Weltärztechef F.U. Montgomery z.B. müsste der Wortlaut des Nürnberger Kodex bekannt sein. Die medizinethische 10-Punkte-Liste aus dem Jahr 1947 ist eine Reaktion auf die in der Zeit des Nationalsozialismus verübten Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Namen der medizinischen Forschung. In Konzentrationslagern waren ab 1942 bestialische medizinische Versuche an Häftlingen vorgenommen worden, welche die Gefolterten sehr oft nicht überlebten. Für das Grauen dieser ungeheuerlichen Verbrechen steht seither ein Name stellvertretend für viele damalige Ärzte: Dr. Josef Mengele.

Es ist aber nicht so, daß die furchtbaren KZ-Ärzte damals einfach so jene Experimente hätten durchführen können, weil ihnen nämlich selbst im Dritten Reich rechtliche Hindernisse im Wege standen, die erst einmal zur Seite geräumt werden mussten. Im Mai 1941 schrieb der KZ-Arzt Sigmund Rascher einen Brief an Heinrich Himmler, in welchem er den Wunsch nach der Herstellung „optimaler Forschungsbedingungen“ im KZ Dachau äußerte. Leider hätten in Dachau „noch keinerlei Versuche mit Menschenmaterial“ angestellt werden können, schrieb er. Rascher war an Erkenntnissen über die Auswirkungen von Unterdruck für die Höhenflugforschung interessiert. Neun Monate später konnte er mit seinen barbarischen Forschungen beginnen. Die Barbarei weitete sich aus und später wurden dann auch geeignete Impfstoffe gesucht, indem Häftlinge, etwa im KZ Buchenwald, mit Fleckfieber oder Malaria infiziert wurden.

Gerade was die Suche nach geeigneten Impfstoffen angeht, ist mit Bezug auf den Nürnberger Kodex von 1947 eine weitere historische Tatsache interessant. Der Reichsgesundheitsrat hatte bereits 1931 Richtlinien für neuartige Heilbehandlungen und medizinwissenschaftliche Versuche verabschiedet. Die Richtlinien waren eine Reaktion auf das bis dahin größte Impfunglück des 20. Jahrhunderts, bei dem 77 Personen verstorben sind, die im Jahr zuvor mit Einführung der BCG-Schutzimpfung gegen Tuberkulose in Lübeck geimpft worden waren. Es waren Nationalsozialisten, die später eine Berücksichtigung dieser Richtlinien des Reichsgesundheitsamtes verhinderten. In den KZ wurde dann auch barbarische Auftragsforschung betrieben. Von den Lagerexperimenten profitierten viele Auftraggeber, u.a. Militär, „die Wissenschaft“ und auch die Pharmaindustrie.

Langer Rede kurzer Sinn: Der Nürnberger Kodex formuliert aus, was nach dem ungeheuerlichen Zivilisationsbruch im Dritten Reich ganz allgemein und dem Versagen jeglicher Medizinethik im Rahmen dieses Zivilisationsbruches für alle Zukunft Gültigkeit haben sollte im Verhältnis von Medizin, Forschung, Arzt und Patient. Bis zum Ausbruch der herbeidefinierten Pandemie im Jahr 2020 hätten auch kein Mediziner und kein Politiker daran gedacht, dem Nürnberger Kodex zuwider zu handeln.

Der Nürnberger Kodex 

Der erste von zehn Punkten des Nürnberger Kodex im Wortlaut: „Die freiwillige Zustimmung der Versuchsperson ist unbedingt erforderlich. Das heißt, dass die betreffende Person im juristischen Sinne fähig sein muss, ihre Einwilligung zu geben; dass sie in der Lage sein muss, unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgendeine andere Form der Überredung oder des Zwanges, von ihrem Urteilsvermögen Gebrauch zu machen; dass sie das betreffende Gebiet in seinen Einzelheiten hinreichend kennen und verstehen muss, um eine verständige und informierte Entscheidung treffen zu können. Diese letzte Bedingung macht es notwendig, dass der Versuchsperson vor der Einholung ihrer Zustimmung das Wesen, die Länge und der Zweck des Versuches klargemacht werden; sowie die Methode und die Mittel, welche angewendet werden sollen, alle Unannehmlichkeiten und Gefahren, welche mit Fug zu erwarten sind, und die Folgen für ihre Gesundheit oder ihre Person, welche sich aus der Teilnahme ergeben mögen. Die Pflicht und Verantwortlichkeit, den Wert der Zustimmung festzustellen, obliegt jedem, der den Versuch anordnet, leitet oder ihn durchführt. Dies ist eine persönliche Pflicht und Verantwortlichkeit, welche nicht straflos an andere weitergegeben werden kann.“ – und das ist eindeutig.

Impfpflicht 2022

Wenn man sich nur den ersten Punkt des Nürnberger Kodex zu Gemüte führt und der geplanten Impfpflicht gegenüberstellt, wird schnell klar, gegen wieviele der dort formulierten Bedingungen für medizinische Versuche am Menschen mit der Einführung einer sogenannten „Impfpflicht“ verstossen werden würde. Es geht nämlich mitnichten um eine herkömmliche Impfung, sondern mit den mRNA-„Impfstoffen“ um eine Gentherapie, die im Hauruck-Verfahren eine vorläufige Zulassung erhalten hat, die wiederum an das Vorliegen einer epidemischen Notlage geknüpft ist. Weder läßt sich diese Notlage statistisch nachweisen, noch haben mRNA-„Impfstoffe“ eine dauerhafte Zulassung erhalten. Haftung für die „Impfstoffe“ übernimmt auch niemand, weder Hersteller, noch Politik oder Impfarzt. Das ist auch verständlich. Die sogenannte Impfung ist im Grunde ein gentechnisches Massenexperiment, dessen Nutzen weit hinter den Hoffnungen und den Versprechen zurückbleibt, die zu Beginn der „Impfkampagne“ vor einem guten Jahr gehegt und gemacht worden waren.

Zweifellos nimmt der „Impfling“ an einem medizinischen Massenversuch teil und ist daher als Versuchsperson zu begreifen, deren freiwillige Zustimmung zu diesem Versuch unbedingt erforderlich wäre. Selbst diese freiwillige Zustimmung hätte nur dann Gültigkeit, wenn sie unbeeinflusst durch Gewalt, Betrug, List, Druck, Vortäuschung oder irgendeine andere Form der Überredung oder des Zwanges abgegeben worden wäre. Davon kann allerdings keine Rede sein. Im Zusammenhang mit der herbeidefinierten Pandemie wurde nachweislich schon in statistischen Zusammenhängen getrickst, gelogen und getäuscht, daß sich die Balken biegen. Und davon, daß dem „Impfling“, der Versuchsperson also, das Wesen, die Länge und der Zweck des Versuches klargemacht worden seien, kann ebenfalls keine Rede sein. Erzählt wurde ihm etwas, das zur Klarheit nicht das geringste beigetragen hat. Am Anfang hieß es „zwei Impfungen und alles ist gut“, dann wurden es drei, dann vier – und die Zahl der Neubestellungen von „Impfdosen“ bis ins Jahr 2023 gibt inzwischen Anlaß zu der Vermutung, daß nach derzeitigem Stand etwa 8 „Impfungen“ pro Bundesbürger vorgesehen sind. Aus „zwei Wochen, um die Kurve abzuflachen“ wurden inzwischen gute zwei Jahre. Wir haben es also mit einem medizinischen Massenexperiment zu tun, das per Zwang durchgeführt werden soll, ohne daß auch nur eines der Kriterien im ersten Absatz des Nürnberger Kodex beachtet werden würde.

An diesem Sachverhalt ändern auch oberflächliche Negierungen nichts, wie sie etwa von einer Frau Tina Wenzel am 09.12.2021 für den Bayerischen Rundfunk veröffentlicht wurden. Ihre Schlagzeile: „Nürnberger Kodex durch Corona-Impflicht nicht verletzt„. Die Behauptung, er würde durch die Impfpflicht sehr wohl verletzt, würde „zu Unrecht“ in den Raum gestellt. Das ist schon deswegen lächerlich, weil sie sich im Zusammenhang mit dem Begriff „Unrecht“ – und in ihrem ganzen Artikel nicht – auf Juristen beruft, sondern auf einen Medizinethiker der Uni Erlangen-Nürnberg. Medizinethiker sind aber nicht in der Rechtsprechung tätig, genauso wenig wie irgendwelche Ethikräte, die bisweilen auch für die WHO arbeiten können, wie z.B. Frau Prof. Buyx. Frau Wenzel hätte schreiben können, daß ein Verstoß gegen den Nürnberger Kodex nach Ansicht des Medizinethikers zu Unrecht behauptet würde, keinesfalls kann sie aber behaupten, daß er generell zu Unrecht erhoben würde, als ob das eine feststehende, juristisch abgesicherte Tatsache sei.

In jüngster Zeit konnte man öfter den Einwand hören, der Nürnberger Kodex sei rechtlich nicht bindend. Das werden Juristen zu klären haben, so weit noch nicht geschehen. Allerdings steht dann die Frage nach dem Sinngehalt des letzten Satzes im ersten Punkt des Nürnberger Kodex im Raum: „Dies ist eine persönliche Pflicht und Verantwortlichkeit, welche nicht straflos an andere weitergegeben werden kann.“ Logischerweise muß etwas, das nicht straflos weitergegeben werden kann, mit Strafe bedroht sein. Eine Handlung für strafbar zu erklären obliegt wiederum nicht irgendwelchen Medizinethikern oder anderem fachfremdem Personal, sondern allein dem Gesetzgeber. Irgendjemand muß also irgendwann einmal Verstöße gegen den ersten Punkt des Nürnberger Kodex mit einer Strafbarkeit belegt haben, zeitlich betrachtet also vor der Urteilsverkündung im Nürnberger Ärzteprozess. Das wäre dann zwingend der Erste Amerikanische Militärgerichtshof gewesen.

Wäre der Nürnberger Kodex rechtlich nicht mehr bindend, würde das bedeuten, daß diese rechtliche Bindung nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1949 wieder aufgehoben worden sein müsste. Das wiederum wäre für sich genommen schon ein übersehener Skandal, da es an der medizinethischen Notwendigkeit des Nürnberger Kodex nicht den geringsten Zweifel geben kann. Nicht, wenn man berücksichtigt, aufgrund welcher historischen Erfahrung er kurze Zeit später überhaupt formuliert worden ist. In der Sache widerspricht nämlich eine allgemeine Verpflichtung zur Teilnahme an einem gentherapeutischen Experiment dem Nürnberger Kodex extrem. Ganz krass ausgedrückt wäre es bei der Verabschiedung einer „Impfpflicht“ wegen fehlender Rechtsverbindlichkeit des Nürnberger Kodex sogar so, daß ein Gesetzgeber, der sie verabschiedet, das folgende zum Ausdruck bringen würde: „Wir scheißen auf den Nürnberger Kodex, und nur, weil wir das können.“

Technokratensprache 

Vor wenigen Tagen lief im ZDF eine Spielfilm-Doku zur Wannseekonferenz vom 20. Januar 1942, bei der es nicht nur mir, sondern auch einem guten Freund ziemlich kalt den Buckel hinunterlief. Er schrieb: „Wenn Du auf dem einen Monitor eine Doku über die Wannseekonferenz schaust, wo die Planung des europaweiten Judenmordes durch perfekte Sprachverschleierung herausgearbeitet wird, und Du auf dem anderen Monitor über die Ministerpräsidentenkonferenz mit Olaf Scholz und das verwendete Vokabular zu den Coronamaßnahmen liest: Maßnahmenkatalog, Priorisierung, Kontaktverfolgung, Impfpflicht, Monitoring, Quarantäne, Isolation, Testregime, einrichtungsbezogen, weitere Maßnahmen, Kapazitäten, Bürgerinnen und Bürger werden zur Mithilfe aufgefordert … – dann läuft dir doch ein leichtes Frösteln über den Rücken„. Dem habe ich an dieser Stelle nichts hinzuzufügen.

Inzwischen gibt es Impftote – und nicht zu knapp. Und es scheint auch heute wieder niemanden bei den politisch verantwortlichen Technokraten zu irritieren. Prof. Kuhbandner von der Uni Regensburg hat kürzlich entdeckt, was es mit den Mortalitäts-Statistiken und der Impfkampagne auf sich hat. Es war ihm an einer englischen Statistikpublikation zuerst aufgefallen. Nach jedem Anlaufen einer neuen Impfkampagne in England war mit kurzer zeitlicher Verzögerung ein merkwürdiger Anstieg der üblichen Mortalitätsrate um das drei- bis vierfache bei ungeimpften (!) Personen unter den 60/70/80-Jährigen zu bemerken. Prof. Kuhbandner: Da „Impflinge“ bis zu zwei Wochen nach ihrem Impftermin statistisch noch als „Ungeimpfte“ geführt werden, die meisten der verzeichneten Todesfälle aber in genau diesen 14-tägigen Zeitraum fallen, steht zu vermuten, daß es sich bei der stark erhöhten Mortalitätsrate tatsächlich um eine unter den Geimpften handeln muß, nicht um eine der Ungeimpften. Statistiken – und nach welchen Kriterien man sie führt: Das ist auch Technokratie. In dem Zusammenhang sei auch das sehr sehenswerte Video des Diplominformatikers und Datenanalysten Marcel Barz empfohlen. Es hat den Titel „Die Pandemie in den Rohdaten“. Jedenfalls: Prof. Kuhbandner untersuchte nach seiner englischen Entdeckung zahlreiche andere Statistiken aus anderen Ländern und kam zu dem erschreckenden Ergebnis, daß das Phänomen des „explodierenden Ungeimpftentodes nach Impfung“ nicht nur in England auftritt, sondern überall, wo er das untersucht hat.

Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen

Die Medienbüttel der deutschen Regierung tun seither so, als hätten sie den Namen Kuhbandner noch nie gehört. Der Chefpathologe der Uni Heidelberg schlägt Alarm und fordert dazu auf, viel mehr Obduktionen an Toten durchzuführen, die im engeren zeitlichen Zusammenhang mit ihrer Impfung verstorben sind. Seine zahlenmäßig sehr begrenzten Obduktionsergebnisse seien schwer besorgniserregend. Ein Sportler nach dem anderen hat kurz nach seiner „Impfung“ Herzprobleme (Myokarditis, Perikarditis), nicht wenige sind „plötzlich und unerwartet“ verstorben. Nichts davon wird von der Politik und ihren Hofberichterstattern in die Öffentlichkeit weitertransportiert – und wenn doch, denkt niemand daran, einen möglichen Zusammenhang mit der Impfung überhaupt nur zu erwähnen.

Kurzum: Sollte sich herausstellen, daß Politiker wider besseres Wissen eine Impfpflicht beschlossen haben und damit sehenden Auges tausende von Toten in Kauf genommen hätten, und nur, um den Zeitpunkt nach hinten zu verschieben, an dem sie sich ihrer Verantwortung ohnehin werden stellen müssen, dann steht eine ganz neue Frage im Raum. Dann muß man sich nämlich fragen, ob die bestehenden Strafvorschriften überhaupt noch ausreichen, um ein solches Verbrechen angemessen zu ahnden. Nicht danebenliegen dürfte man mit der Behauptung, daß den verantwortlichen Politikern und „ihren“ einschlägigen Wissenschaftlern genau das inzwischen bewußt geworden sein muß, weil sich ihre Realitätsverweigerung anders kaum noch erklären läßt. Es geschieht nämlich Mysteriöses.

Der deutsche Virologe Drosten – der „Regierungswissenschaftler“ überhaupt -, entpuppte sich anläßlich der Untersuchungen einer im Februar 2020 geführten E-Mail-Korrespondenz von Dr. Fauci durch den US-Kongreß als einer derjenigen, die sich an der Diffamierung der sogenannten Wuhan-Laborthese als „Verschwörungstheorie“ beteiligt hatten, und allen, die sie für realistisch hielten, ein Wissen auf studentischem Lehrbuchniveau unterstellte. Dabei hatte er genau diese These vorher mit hochqualifizierten Wissenschaftskollegen, darunter Fauci selbst, als wahrscheinlich diskutiert. Die E-Mails belegen, daß man sich denoch auf eine anderslautende Sprachregelung einigte. Es hätte ja auch allerhand auf dem Spiel gestanden. Da wäre es nicht mehr nur um die „Gain-Of-Function-Forschung“ als solche gegangen. Anders, als durch menschlichen Eingriff läßt sich nämlich jene Furin-Spalte am Sars-Virus nicht erklären, die das Virus hochinfektiös macht. Daß in Wuhan nicht nur Sarsviren getunt wurden, sondern auch Mers-Viren getunt werden sollten, die angeblich 10-15-Mal gefährlicher sein sollen als Sars-Viren, steht dabei auf einem anderen Blatt.

Jedenfalls scheint es inzwischen auch so etwas wie Wissenschaftskriminalität zu geben. Seltsam ist in diesem Zusammenhang, daß Drosten noch vor einem Monat behauptet hatte, Omikron sei durchaus ein Zeichen dafür, daß die „Pandemie“ endemisch wird und sich somit selbst erledigt habe. Heute wirft er wieder mit allerlei Konjunktiven um sich. Omikron könnte auch wieder gefährlich werden, so eine Art „Deltakron“. Wenn-könnte- würde-vielleicht und was-weiß-ich. Da fragt man sich schon, ob ihm zwischenzeitlich jemand „den Kopf gewaschen“ hat, und wer das gewesen sein könnte. Womit wir wieder beim Nürnberger Kodex wären.

Der Bundespräsident

Unser verehrter Herr Bundespräsident gilt als typischer Vertreter jenes „juste milieus“, das seine Eigenwahrnehmung zu einem beträchtlichen Teil aus der totalen Feindschaft den Nationalsozialisten und Faschisten gegenüber bezieht. Deshalb ist es verständlich, daß sich kaum jemand so aufregt wie der Bundespräsident, wenn ausgerechnet ihm und den Seinen aus der SPD auch nur der Hauch von „denksystematischer“ Nähe zu den zivilisationsbrüchigen Schwerstkriminellen des Dritten Reichs unterstellt wird. Steinmeier und die Seinen sind die Allerletzten, die eine solche Unterstellung für diskutabel halten würden. Im Gegenteil: Ein wahrer Furor ergreift sie. Aber das hat mit ihrer Eigenwahrnehmung zu tun, nicht mit der tatsächlichen Sachlage. Tatsächlich gibt es nämlich frappierende Parallelen. Zwar sind das (noch) keine Parallelen, die mit den Horrorresultaten der Nazis gleichzusetzen wären, mit dem verhängnisvollen Weg hin zu solchen Resultaten jedoch durchaus, z.B. dann, wenn man die oben erwähnte Technokratensprache berücksichtigt.

Es wäre allerdings verfehlt, hier lediglich Parallelen zum Dritten Reich zu erkennen, sondern das ist mehr so ein Zwischending zwischen Drittem Reich und DDR. Oder eine Kombination aus Beidem, ergänzt um eine dritte Komponente.  Um die Virologensprache zu bemühen: Eine neue sozialistische Mutante, die verschiedene sozialistische und kapitalistische Eigenschaften in sich vereint. Sozialisten waren die Nazis schließlich so wie die SED. Die einen waren Braunlinke und die anderen eben Rotlinke. Die neue Sozialismusmtante bezieht allerdings den vormaligen Klassenfeind mit ein, das internationale Größtkapital.

Vielen Zeitgenossen fällt es schwer, zu verstehen, daß Sozialismus nicht unbedingt eine Planwirtschaft braucht, um Sozialismus zu sein. China macht es vor. Wirtschaftlich erscheint China als kapitalistisch, gesellschaftspolitisch als kommunistisch. Noch keine glasklar als solche zu identifizierende Planwirtschaft zu haben, ist also kein Ausweis für die Absenz von Sozialismus. Im vormals freien Westen zeichnet sich schon seit Jahren eine „Arbeitsteilung“ ab, von der sowohl das internationale Größtkapital als auch sozialistische Gesellschaftsdesigner und Funktionäre profitieren. Wenn es Gesellschaftsdesigner und Funktionäre schaffen, ihren Völkern erstens die Grundrechte so zusammenzustutzen, daß es individuelle Rechte gegen den Staat praktisch nicht mehr gibt, und wenn sie es über eine perfide Fiskalpolitik auch noch schaffen, die Bürger jener materiellen Reserven zu berauben, die sie bräuchten, um sich anderswo auf der Welt niederzulassen, dann hätten sie sozusagen „Gefangene“ gemacht, die gar keine andere Wahl mehr haben, als zu fressen, was man ihnen auftischt. Sie würden von der Hand in den Mund leben müssen und wären jeder eigenen Zukunftsplanung durch die existentiellen Notwendigkeiten ihres Alltags beraubt. Konsumieren müssten sie noch – und was sie zu welchem Preis konsumieren dürfen oder sollen, ließe sich ebenfalls in Absprache von Staat und multinationalen Konzernen extern festlegen. Völker als gigantische Viehzucht sozusagen. Sehr bequem wäre es dann auch, wenn sich eine solche Viehherde komplett digital überwachen ließe. Mit Blindheit geschlagen müsste sein, wer nicht sieht, daß diese Richtung mit Smartphones, Apps und QR-Codes, Staatstrojanern, Gesichtserkennung, Überwachung der sozialen Netzwerke, Bargeldabschaffung und dergleichen längst eingeschlagen worden ist. Der vormals freie Westen marschiert stramm in Richtung eines digitalen „Social Scoring Systems“, wie es in China bereits albtraumartig verwirklicht wurde.

Was alle Sozialisten, ob rot oder braun oder grün, gemeinsam haben, ist ihre obsessive Beschäftigung mit den ganz großen Themen. Das sind nebenher auch die bequemsten, weil bei ihrer Behandlung die Haltung mehr zählt als das Wissen. Es erfordert bspw. mehr Detailkenntnis, eine Rede zum Reformbedarf in der Agrarpolitik unter Berücksichtigung des Fruchtwechsels zu halten, als eine zur Rettung von Planet, Menschheit und Weltklima. Letztere beinhaltet aber eindeutig das größere Eigenprofilierungspotenzial – und das wiederum interessiert den Politiker ganz enorm. Die Nazis und die SED hatten ebenfalls ihre „ganz großen Themen“. Das Dritte Reich hieß nicht umsonst auch das „Tausendjährige Reich“, und in der DDR waren der „Weltfrieden“, der Imperialismus und die „internationale Solidarität unter den Völkern“ große Themen.

Sozialisten haben es nicht kleiner? Wahrscheinlich ist es so, daß ihnen die Fähigkeiten fehlen, die sie bräuchten, um es kleiner zu halten. Sie sind ja auch gern Philosophen und Denker von Weltmaßstab. Deswegen heute auch „Weltklimarettung“, „Planet“ und „Menschheit“. Hinter solchen Themen läßt sich prächtig das Unvermögen verstecken, kluge Wirtschaftspolitik unter Beachtung der individuellen Freiheit eines jeden Bürgers auf die Beine zu stellen. Dann fallen auch so grottendämliche Sätze wie der von der „kollektiven Freiheit“, die der individuellen übergeordnet sei. Als ob es etwas anderers als individuelle Freiheit überhaupt geben könnte.

Die Ermahnungsberechtigten

Was sich für Deutschland auf jeden Fall feststellen läßt, das ist, daß wir erstens einen Bundespräsidenten haben, der zu seiner Studentenzeit Artikel für eine Zeitschrift namens „Demokratie & Recht“ verfasst hat. Diese Zeitschrift im Pahl Rugenstein-Verlag wurde zu 100 Prozent von der damaligen DDR finanziert. Mit dem Ende der DDR war dieser Verlag auch sofort pleite. Wir haben einen Bundeskanzler, der zu seinen Jusozeiten ein gern gesehener Gast in der DDR gewesen ist – und zwar so gern, daß für ihn die üblichen Einreiseformalitäten in die DDR entfielen. Wir hatten 16 Jahre lang eine Bundeskanzlerin, die FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda an der Akademie der Wissenschaft gewesen zu sein scheint, zur Wendezeit beim „Demokratischen Aufbruch“ tätig wurde, und die dort von Leuten umgeben war, die der Reihe nach als Stasi-Informaten aufflogen, wie bspw. Wolfang Schnur und Lothar de Maiziére. Die Stasi-Akten über Merkel jedoch: Unauffindbar.

Für den Umgang mit den Stasiakten nach der Wende war die sog. Gauck-Behörde zuständig. Joachim Gauck war DDR-Kleriker wie Merkels Vater und wurde später dann ein Amtsvorgänger des heutigen Bundespräsidenten Steinmeier. In diesem Zusammenhang ist auch interessant, daß der im Jahre 1976 aus der DDR ausgebürgerte, mindertalentierte Gitarrist, Textekrächzer und Schriftsteller Wolf Biermann seinen 85sten Geburstag im Jahr 2021 ausgerechnet mit denen zusammen feierte, die damals für jenen Staat arbeiteten, der ihn ausgebürgert hatte, resp. mit einem, der sich sein Studentenleben von jenem Staat hat mitfinanzieren lassen – unserem verehrten Herrn Bundespräsidenten und der Ex-Kanzlerin Angela Merkel. Biermann wurde 1936 in Hamburg geboren und siedelte 1953 in die DDR über, Merkel wurde 1954 ebenfalls in Hamburg geboren und siedelte mit ihrem Vater, dem Pfarrer und „branchenintern“ so genannten „roten Kasner“, als Kind ebenso in die DDR über.

Wenn man das alles bedenkt, dann kommt es einem schon merkwürdig vor, daß es keinen besseren geben soll als ausgerechnet den Bundespräsidenten, um sich über die Gleichsetzung von Spaziergängern heute mit den Demonstranten der Wende von 1989 aufzuregen wie Rumpelstilzchen, und in seinem Furor dann auch noch infantile Sätze von sich zu geben wie den vom Spaziergang, der seine Unschuld verloren hat. Vielmehr ist es wohl so, daß man das Fundbüro anrufen sollte, um dort Bescheid zu sagen, man möge sich im Schloß Bellevue melden, wenn jene Unschuld abgegeben wird, die der Spaziergang verloren hat, weil der Bundespräsident Unschuld gut gebrauchen kann. Kein Mensch mit der Vita eines Steinmeier, eines Scholz, eines Kretschmann oder einer Merkel sollte jemals etwas über die Proteste von Bürgern äußern dürfen, die einfach nur ihre Freiheit und ihre Grundrechte zurückhaben wollen, welche ihnen – wieder einmal – von ausgemachten Sozialisten geklaut worden sind – und das auch noch unter Vorspiegelung falscher, weil konstruierter Tatsachen. Ob diese Sozialisten sich braun, rot oder grün anpinseln, spielt dabei eine sehr nachgeordnete Rolle.

Dem unglaublichen Zivilisationsbruch der Nationalsozialisten stehen diverse internationalsozialistische Zivilisationsbrüche im 20. Jahrhundert jedenfalls in nichts nach, wenn man von der technokratischen Ausgeklügeltheit des deutschen Zivilisationsbruches einmal absieht. Russland, China, Kambodscha, Nordkorea – you name it. Bei einer Impfpflicht wären Impftote auf jeden Fall wieder Staatstote.

Es war übrigens die DDR-Staatsführung der Endvierziger/Anfangsfünfziger Jahre, in der weit mehr vormalige Nationalsozialisten untergekommen sind, als in der ersten Regierung Adenauer ab 1949. Nein, der gegenwärtige Bundespräsident ist nicht der Mann, um sich als Lordsiegelbewahrer eines Grundgesetzes der Bonner Republik zu gerieren. Lediglich qua Amt darf er sich – mehr aus protokollarischen Gründen also – so benehmen, als sei das eine Rolle, die ihm steht. Mit den Sozialisten heute ist es so wie immer: Man kann sie schon wählen. Nur abwählen lassen sie sich irgendwann nicht mehr. Venezuela ist aktuell das beste Beispiel. Vor dreißig Jahren war das noch ein blühendes Land. Dann kam Chavez. Heute ist es ein fürchterliches Armenhaus mit einem sozialistischen Despoten an der Spitze, der gar nicht mehr daran denkt, sich abwählen zu lassen. Maduro ist so etwas wie die personifizierte „Pandemie“ Venezuelas.

Gerade Sozialisten jedweder Couleur wären es, die als erste ein Interesse daran haben sollten, daß der Nürnberger Kodex beachtet wird. Nicht nur in der Hinsicht hätten sie nämlich ein äußerst penetrantes Gerüchlein loszuwerden. Wenn sie glauben, sie könnten sich wieder recht technokratisch unter Verwendung von Euphemismen en masse auf Gesetze und Rechtsverbindlichkeiten berufen, dann würde das nur beweisen, daß es ausgerechnet sie selbst sind, die sich hartnäckig weigern, aus der Geschichte irgendwelche nützlichen Lehren zu ziehen. Ihr „Nie wieder!“ wäre als so aufgesetzt entlarvt wie ihr ganzer notorischer Schnack von der Menschlichkeit in der menschlichen Gesellschaft der „die Menschen“. In dem Zusammenhang verweise ich auch noch einmal auf die neue, gänzlich unsozialistische Religionsgemeinschaft „sanus-religio“ hin, die gar nicht daran denkt, sich von weltlichen Ideologen deren sozialistisches Menschenbild aufzwingen zu lassen mitsamt seinem  pervertierten Freiheitsverständnis. Helge Lindh (SPD) am 26.01.22 im Bundestag: „Individuelle körperliche Unversehrtheit ist eine vulgäre Vorstellung von Freiheit„. Das hätte er noch kürzer sagen können: „Ich glaube, ich spinne.“

Der Fall Anna Dobler

Mensch-Mensch-Mensch …. – ach so: Die junge Journalistin und „Mensch:in“ Anna Dobler hat bei Twitter einen Zweizeiler als Kommentar zur Spielfilm-Doku „Wannseekonferenz“ hinterlassen, welche das ZDF kurz zuvor gesendet hatte. Wenige Stunden später erhielt sie die Kündigung durch den Chefredakteur Richard Schmitt beim „eXXpress-Medienhaus“. Anna Doblers Tweet: „Das waren nicht nur Mörder, sondern durch und durch Sozialisten„. Die Begründung für den Rauswurf Anna Doblers beim „eXXpress-Medienhaus“, unterzeichnet von der Herausgeberin Eva Schütz und Chefredakteur Schmitt, hat es in sich. Zentraler Satz: „Nein, die Nationalsozialisten, die den Holocaust planten und ausführten, waren keine ‚Sozialisten‘, wie Anna Dobler dies in ihrem Posting nachweislich falsch behauptet hat.“ – So weit sind wir inzwischen wieder: Wer heutzutage Nationalsozialisten, die sich selbst als die deutsche Linke bezeichneten und sich deshalb auch „-sozialisten“ nannten – ; mit einem „Führer“, der im, dem Nazi-Propagandaministerium angeschlossenen Nibelungenverlag 1938, noch bevor er zum GröFaZ wurde, bereits als GröSaZ („größter Sozialist aller Zeiten“) gepriesen wurde -; mit einem Präsidenten des Volksgerichtshofs, Roland Freisler, den dieser „größte Sozialist aller Zeiten“ selbst als „unseren Bolschewiken“ bezeichnete – ; darüber hinaus später verbündet mit einem italienischen Faschisten, der von sich selbst behauptete, der Sozialismus sei ihm „in die Knochen eingraviert“ -; wer also behauptet, die Mörder von damals seien Sozialisten durch und durch gewesen, – der verliert heutzutage seinen Job. Wahnsinn. Es geht wieder zu wie bei den Sozialisten. Hallo, Herr Bundespräsident! Hätten Sie vielleicht in aller sozialistischen Unschuld noch ein paar salbungsvolle Worte zum Fall Anna Dobler beizusteuern? – Nicht? Das ist auch besser so.

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Ich hoffe das alle Schuldigen an dem Menschheitsverbrechen ihre Strafe bekommen.

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